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Geschrieben von Tilo Garlin   
Freitag, 18.Juli 2008

Deutschlands Sitzvolleyballerinnen mit einem weiteren Länderspielerfolg

Vom 20.-22. Juni 2008 war die deutsche Mannschaft ein weiteres Mal zu einem Länderspiel in die Niederlande eingeladen. Für die Niederländerinnen, welche sich in der Endphase ihrer Paralympicsvorbereitungen befinden, heißt es im Augenblick vor allem Spielpraxis auf internationalem Niveau sammeln. Und die deutschen Damen nahmen die Einladung sehr gern an.

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Die Bilanz der bisherigen Begegnungen sprach zwar für das deutsche Team, aber ob angesichts der guten Vorbereitung und der letzten Erfolge der Niederländerinnen (zuletzt gewannen sie den international hochklassig besetzten "Intercontinental Cup"), eine Wiederholung des Matchgewinns vom Januar möglich ist, daran durfte man durchaus zweifeln.

Doch die junge Mannschaft, die in Deutschland weiterhin um Anerkennung kämpft, wollte vor allem eins zeigen: am wichtigsten ist der sportliche Erfolg und so ließ das Team, welches mit 10 Spielerinnen aus Magdeburg, Berlin, Leipzig und Leverkusen nach Enschede gereist war, den Gedanken an eine mögliche Niederlage gar nicht erst die Oberhand gewinnen.

Gleich 3 neue Spielerinnen nominierten die Trainer für das gemeinsame Trainingswochenende und so erlebten Julia Konze (Leverkusen), Melanie Ockels (Berlin) und Konstanze Jahn (Magdeburg) an diesem Wochenende ihre persönliche Länderspieltaufe.

Und gleich die erste Trainingseinheit am Samstagmorgen bestand aus einem ersten Test gegen die Holländerinnen. Da es hier noch um nichts ging, experimentierten und testeten beide Mannschaften viel in Sachen Taktik und Aufstellung.
Das Ergebnis am Ende - Deutschland gewann 3:2. Das wollte das niederländische Team natürlich nicht auf sich sitzen lassen und versprach, dass es bei der Revanche am Abend anders aussehen würde. Schließlich war man das dem heimischen Publikum schuldig.

Doch was sich hier nach einem leichten Sieg anhört, war in Wirklichkeit auch für die Deutschen alles andere als ein optimaler Start. Abstimmungsprobleme und altbekannte Fehler schlichen sich vermehrt ein und genau die sollten am Abend vermieden werden, so zumindest die deutliche Forderung der Trainer. Erschwerend hinzu kam, dass sich gleich zwei Spielerinnen (Anett Jelitte und Elly Sieck) im Training verletzten und somit ein Start für beide fraglich schien. Doch Dank der guten medizinischen Betreuung durch Mannschaftsärztin Ellen Hohmann, konnten beide am Abend angeschlagen aber spielfähig antreten.

Das in der holländischen Presse groß angekündigte Sitzvolleyball-Event wurde dann zu einem absoluten Highlight. Ein Länderspiel vor ausverkauftem Haus mit allem was dazugehört, das sorgte für einigen Nervenkitzel und beide Teams starteten hochmotiviert und kämpferisch in das Match.

Doch große Aktionen fehlten zunächst und kurz vor Satzende stand es nur knapp 23:21 für Deutschland. Was dann folgte, war eine starke Aufschlagserie der Niederländerinnen gepaart mit Konzentrationsschwächen und Annahmefehlern auf der deutschen Seite und so verlor Deutschland den ersten Satz mit 23:25.

Doch trotz des ärgerlichen Satzverlustes, hatte das deutsche Team lägst seine Stärken erkannt und genau diese galt es in den folgenden Sätzen auszuspielen.
Die Mannschaft um Kapitänin Mandy Küsel agierte deutlich konzentrierter als im ersten Satz und zeigte vor allem im Angriff gefährliche Aktionen. Schließlich musste das Publikum beim Stand von 25:20 überrascht den Satzausgleich zur Kenntnis nehmen.

Auch in den nächsten beiden Sätzen gelang es die Niederländerinnen mit starken Aktionen und einer kompakten Mannschaftsleistung weiter unter Druck zu setzen. Zwar versuchten diese immer wieder mit zum Teil unkonventionellen ersten Bällen den Rhythmus der Deutschen zu stören, doch auch diese Versuche scheiterten an der weiterhin konzentriert agierenden deutschen Abwehr.

Am Ende gewann Deutschland auch diese beiden Sätze mit 25:23 und 25:33 und verbuchten mit 3:1 einen weiteren absolut verdienten Sieg!

Kommentar der deutschen Trainer Sven Ritter und Frank Weißleder nach dem Spiel: "An diesem Wochenende konnten wir weiterhin an der Umsetzung spielerischer und taktischer Elemente aus dem Training arbeiten und hatten die Möglichkeit in den Testspielen erstmals neue Spielerinnen zu integrieren. Doch auch unsere Schwächen wurden sichtbar, muss doch individuell weiterhin an Kondition, Kraft und Konzentration, die über einzelne Spielzüge hinaus geht, und an der "Bewegung ohne Ball" gearbeitet werden.
Interessant war auch zu sehen, wie die Niederländerinnen innovative Spielzüge adaptierten, die wir bei der EM noch als einziges Frauenteam praktizierten oder dass sie auch ihren Aufschlag variabler umgestellt haben. Das zeigt nur umso mehr, dass wir weitermachen müssen und uns nicht auf diesem Erfolg ausruhen können, denn die Europameisterschaft 2009 naht mit großen Schritten und es gilt bis dahin eine spiel- und konkurrenzfähige Mannschaft zu formen."

Die deutsche Mannschaft dankt an dieser Stelle noch einmal den Gastgebern - speziell dem Rotary-Club in Enschede - die ein großartiges Event organisiert, betreut und finanziert haben. Vielen Dank für ein perfekt geplantes und durchgeführtes Wochenende!

Und zum Abschluss noch etwas für die Freunde der Statistik. Seit der Gründung der deutschen Mannschaft standen sich die beiden Teams bei offiziellen Länderspielen insgesamt viermal gegenüber. Dreimal hieß der Sieger: Deutschland! Fortsetzung folgt...


Letztes Update ( Freitag, 18.Juli 2008 )
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