Deutschlands
Sitzvolleyballerinnen mit einem weiteren Länderspielerfolg
Vom 20.-22. Juni
2008 war die deutsche Mannschaft ein weiteres Mal zu einem
Länderspiel in die Niederlande eingeladen. Für die
Niederländerinnen, welche sich in der Endphase ihrer
Paralympicsvorbereitungen befinden, heißt es im Augenblick vor
allem Spielpraxis auf internationalem Niveau sammeln. Und die
deutschen Damen nahmen die Einladung sehr gern an.
Die Bilanz der
bisherigen Begegnungen sprach zwar für das deutsche Team, aber
ob angesichts der guten Vorbereitung und der letzten Erfolge der
Niederländerinnen (zuletzt gewannen sie den international
hochklassig besetzten "Intercontinental Cup"), eine
Wiederholung des Matchgewinns vom Januar möglich ist, daran
durfte man durchaus zweifeln.
Doch die junge
Mannschaft, die in Deutschland weiterhin um Anerkennung kämpft,
wollte vor allem eins zeigen: am wichtigsten ist der sportliche
Erfolg und so ließ das Team, welches mit 10 Spielerinnen aus
Magdeburg, Berlin, Leipzig und Leverkusen nach Enschede gereist war,
den Gedanken an eine mögliche Niederlage gar nicht erst die
Oberhand gewinnen.
Gleich 3 neue
Spielerinnen nominierten die Trainer für das gemeinsame
Trainingswochenende und so erlebten Julia Konze (Leverkusen), Melanie
Ockels (Berlin) und Konstanze Jahn (Magdeburg) an diesem Wochenende
ihre persönliche Länderspieltaufe.
Und gleich die
erste Trainingseinheit am Samstagmorgen bestand aus einem ersten Test
gegen die Holländerinnen. Da es hier noch um nichts ging,
experimentierten und testeten beide Mannschaften viel in Sachen
Taktik und Aufstellung.
Das Ergebnis am Ende - Deutschland gewann
3:2. Das wollte das niederländische Team natürlich nicht
auf sich sitzen lassen und versprach, dass es bei der Revanche am
Abend anders aussehen würde. Schließlich war man das dem
heimischen Publikum schuldig.
Doch was sich
hier nach einem leichten Sieg anhört, war in Wirklichkeit auch
für die Deutschen alles andere als ein optimaler Start.
Abstimmungsprobleme und altbekannte Fehler schlichen sich vermehrt
ein und genau die sollten am Abend vermieden werden, so zumindest die
deutliche Forderung der Trainer. Erschwerend hinzu kam, dass sich
gleich zwei Spielerinnen (Anett Jelitte und Elly Sieck) im Training
verletzten und somit ein Start für beide fraglich schien. Doch
Dank der guten medizinischen Betreuung durch Mannschaftsärztin
Ellen Hohmann, konnten beide am Abend angeschlagen aber spielfähig
antreten.
Das in der
holländischen Presse groß angekündigte
Sitzvolleyball-Event wurde dann zu einem absoluten Highlight. Ein
Länderspiel vor ausverkauftem Haus mit allem was dazugehört,
das sorgte für einigen Nervenkitzel und beide Teams starteten
hochmotiviert und kämpferisch in das Match.
Doch große
Aktionen fehlten zunächst und kurz vor Satzende stand es nur
knapp 23:21 für Deutschland. Was dann folgte, war eine starke
Aufschlagserie der Niederländerinnen gepaart mit
Konzentrationsschwächen und Annahmefehlern auf der deutschen
Seite und so verlor Deutschland den ersten Satz mit 23:25.
Doch trotz des
ärgerlichen Satzverlustes, hatte das deutsche Team lägst
seine Stärken erkannt und genau diese galt es in den folgenden
Sätzen auszuspielen.
Die Mannschaft um Kapitänin Mandy
Küsel agierte deutlich konzentrierter als im ersten Satz und
zeigte vor allem im Angriff gefährliche Aktionen. Schließlich
musste das Publikum beim Stand von 25:20 überrascht den
Satzausgleich zur Kenntnis nehmen.
Auch in den
nächsten beiden Sätzen gelang es die Niederländerinnen
mit starken Aktionen und einer kompakten Mannschaftsleistung weiter
unter Druck zu setzen. Zwar versuchten diese immer wieder mit zum
Teil unkonventionellen ersten Bällen den Rhythmus der Deutschen
zu stören, doch auch diese Versuche scheiterten an der weiterhin
konzentriert agierenden deutschen Abwehr.
Am Ende gewann
Deutschland auch diese beiden Sätze mit 25:23 und 25:33 und
verbuchten mit 3:1 einen weiteren absolut verdienten Sieg!
Kommentar der
deutschen Trainer Sven Ritter und Frank Weißleder nach dem
Spiel: "An diesem Wochenende konnten wir weiterhin an der
Umsetzung spielerischer und taktischer Elemente aus dem Training
arbeiten und hatten die Möglichkeit in den Testspielen erstmals
neue Spielerinnen zu integrieren. Doch auch unsere Schwächen
wurden sichtbar, muss doch individuell weiterhin an Kondition, Kraft
und Konzentration, die über einzelne Spielzüge hinaus geht,
und an der "Bewegung ohne Ball" gearbeitet
werden.
Interessant war auch zu sehen, wie die Niederländerinnen
innovative Spielzüge adaptierten, die wir bei der EM noch als
einziges Frauenteam praktizierten oder dass sie auch ihren Aufschlag
variabler umgestellt haben. Das zeigt nur umso mehr, dass wir
weitermachen müssen und uns nicht auf diesem Erfolg ausruhen
können, denn die Europameisterschaft 2009 naht mit großen
Schritten und es gilt bis dahin eine spiel- und konkurrenzfähige
Mannschaft zu formen."
Die deutsche
Mannschaft dankt an dieser Stelle noch einmal den Gastgebern -
speziell dem Rotary-Club in Enschede - die ein großartiges
Event organisiert, betreut und finanziert haben. Vielen Dank für
ein perfekt geplantes und durchgeführtes Wochenende!
Und zum
Abschluss noch etwas für die Freunde der Statistik. Seit der
Gründung der deutschen Mannschaft standen sich die beiden Teams
bei offiziellen Länderspielen insgesamt viermal gegenüber.
Dreimal hieß der Sieger: Deutschland! Fortsetzung folgt...
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